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EU startet Aufruf zur Einreichung von Anhaltspunkten zu offenen digitalen Ökosystemen in Europa

Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Konsultation zu einer neuen Strategie für offene digitale Ökosysteme gestartet, deren Schwerpunkt auf Open Source, Sicherheit und der technologischen Souveränität der EU liegt.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com

Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Aufforderung zur Einreichung von Beiträgen zu einer bevorstehenden europäischen Strategie für offene digitale Ökosysteme veröffentlicht. Die Konsultation läuft vom 6. Januar bis zum 3. Februar 2026 und lädt Entwickler, Unternehmen, öffentliche Verwaltungen, Hochschulen und die Zivilgesellschaft ein, Feedback zu geben.

Die Initiative soll in einer Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat münden, deren Verabschiedung für das erste Quartal 2026 geplant ist.

Nach Angaben der Kommission wird die Strategie einen koordinierten Ansatz auf EU-Ebene für Open Source definieren und dessen Rolle als grundlegendes Element einer modernen digitalen Infrastruktur anerkennen.

Die Kommission argumentiert, dass ein stärkeres europäisches Open-Source-Ökosystem dazu beitragen könnte, die Abhängigkeit von Nicht-EU-Technologien zu verringern und gleichzeitig die Transparenz, Widerstandsfähigkeit und Sicherheit der Lieferkette zu verbessern.

Die EU steht im digitalen Bereich vor einem erheblichen Problem der Abhängigkeit von Nicht-EU-Ländern. Dies schränkt die Auswahlmöglichkeiten der Nutzer ein, beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Unternehmen und kann zu Problemen hinsichtlich der Sicherheit der Lieferkette führen, da es die Kontrolle unserer digitalen Infrastruktur (sowohl physische als auch softwaretechnische Komponenten) erschwert und potenziell Schwachstellen, auch in kritischen Sektoren, schafft.

In ihrer Problembeschreibung hebt die Kommission auch hervor, dass ein Großteil des durch in Europa entwickelte Open-Source-Projekte geschaffenen Mehrwerts derzeit außerhalb der EU abgeschöpft wird, häufig von großen globalen Technologieunternehmen.

Vor diesem Hintergrund sehen sich europäische Entwickler und Unternehmen mit hohen Eintrittsbarrieren, starken Netzwerkeffekten dominanter Plattformen und einem begrenzten Zugang zu Wachstumskapital und Hosting-Infrastruktur konfrontiert. Diese Einschränkungen werden als Hindernis für die Fähigkeit der EU angesehen, Open-Source-Lösungen in kritischen Sektoren zu tragfähigen, wettbewerbsfähigen Alternativen auszubauen.

Die Strategie zielt darauf ab, diese Probleme anzugehen, indem sie eine Kombination aus politischen und finanziellen Maßnahmen vorschlägt, die den gesamten Open-Source-Lebenszyklus abdecken, von der Entwicklung und Wartung bis hin zur Bereitstellung und Marktintegration.

Zu den wichtigsten Zielen gehören die Verbesserung der Sichtbarkeit von in der EU entwickelten Open-Source-Lösungen, die Bewältigung von Herausforderungen im Bereich Governance und Sicherheit der Software-Lieferkette, die Unterstützung nachhaltiger Geschäfts- und Stiftungsmodelle sowie die Förderung einer stärkeren Akzeptanz und Beteiligung des öffentlichen Sektors und großer Organisationen.

Da es sich um eine nichtlegislative Initiative handelt, ist keine Folgenabschätzung vorgesehen. Stattdessen beabsichtigt die Kommission, sich auf die während der Konsultationsphase gesammelten Beiträge der Interessengruppen zu stützen, um ihren Ansatz zu verfeinern. Die Antworten werden veröffentlicht und zur Ausarbeitung der endgültigen Strategie herangezogen, die konkrete Maßnahmen und einen Umsetzungsrahmen auf EU-Ebene umreißen soll.

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