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Linux-Kernel 6.17 veröffentlicht – das ist neu

Der Linux-Kernel 6.17 wurde offiziell veröffentlicht und bietet neue Dateisystem-Updates, Sicherheitsverbesserungen und erweiterte Hardwareunterstützung.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com

Linus Torvalds hat soeben die offizielle Veröffentlichung des neuen Linux-Kernels 6.17 bekannt gegeben:

In der vergangenen Woche gab es keine großen Überraschungen, daher sind wir nun hier, mit dem Kernel 6.17, der veröffentlicht wurde und einsatzbereit ist.

Wichtige Funktionen in Linux 6.17

Auf der Dateisystemseite bietet Btrfs nun experimentelle Unterstützung für große Folios sowie neue Optionen zur Steuerung der Komprimierung während der Defragmentierung. Ext4 unterstützt nun gepufferte E/A mit dem Flag RWF_DONTCACHE, während EROFS die Komprimierung von Metadaten eingeführt hat.

Außerdem gibt es zwei neue Systemaufrufe, file_getattr() und file_setattr(), die die Arbeit mit Inode-Attributen erleichtern. Der seit langem veraltete pktcdvd Treiber wurde nun endgültig entfernt.

Bei den Kernel-Updates im Kern feierte die Proxy-Ausführung ihr Debüt. Sie soll Probleme mit Prioritätsumkehrungen mindern, indem sie es einer Aufgabe, die auf eine Sperre wartet, ermöglicht, ihre Ausführungszeit an den Sperreninhaber abzugeben, obwohl diese Funktion derzeit auf dieselbe CPU beschränkt ist.

Die Zeitmessung wurde durch die Einführung von „Hilfsuhren“, die unabhängig von der Systemuhr arbeiten, ebenfalls flexibler. Eine weitere bemerkenswerte Änderung ist die Abschaffung der Unterstützung für Kernel, die nur für Einprozessorsysteme ausgelegt sind – künftig werden auch Single-Core-Systeme Kernel verwenden, die für SMP entwickelt wurden.

Auch in den Bereichen Sicherheit und BPF gab es einige wichtige Updates. Mit dem neuen ioctl FS_IOC_GETLBMD_CAP kann der Benutzerbereich die Integritätsschutzmaßnahmen für Dateien überprüfen, und AppArmor bietet nun eine bessere Kontrolle über AF_UNIX-Sockets. Auf der BPF-Seite ermöglichen neue kfuncs Programmen das Lesen erweiterter Attribute aus cgroups, und BPF-Programmen stehen nun Standard-String-Operationen zur Verfügung.

Die Hardware-Unterstützung wird weiter ausgebaut, da Linux 6.17 unter anderem Treiber für Raspberry Pi RP1-Controller, Apple Mac SMC GPIO, Richtek-Audioverstärker, neue Qualcomm-Verbindungen und Realtek USB Wi-Fi 6-Adapter hinzufügt. Arm-Systeme erhielten Live-Patching auf 64-Bit, und LoongArch erhielt eine bessere BPF-Unterstützung.

Auch im Bereich Netzwerke gab es einige Änderungen. Multipath TCP unterstützt nun die Option TCP_MAXSEG, ein neuer sysctl-Knopf ermöglicht die IPv6-Weiterleitung pro Schnittstelle, und der Kernel setzt nun strikt TCP-Fenstergrenzen durch. Die Ergänzung um die DualPI2-Überlastungskontrolle (RFC 9332) wurde ebenfalls integriert.

Schließlich werden Entwickler die laufenden internen Bereinigungen und Rust-Erweiterungen bemerken. Mehr Kernel-Subsysteme verfügen nun über Rust-Abstraktionen, während die alte mmap() Methode in Dateioperationen zugunsten der sichereren mmap_prepare() ausläuft.

Was diesmal nicht umgesetzt wurde, ist ebenso bemerkenswert: Es gab keine Maßnahmen bezüglich des seit langem diskutierten Bcachefs PR. Sein Status bleibt ungewiss, wobei Linus Torvalds Berichten zufolge drastischere Schritte vor 6.18 vorschlägt.

Für diejenigen, die den Linux-Kernel 6.17 selbst kompilieren möchten, steht er jetzt unter kernel.org zum Download bereit. Wie üblich werden Nutzer von Rolling-Release-Distributionen als Erste den neuen Kernel erhalten, wobei das Update voraussichtlich in den nächsten Wochen in ihren Repositories verfügbar sein wird.

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