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Ardour 9.5 DAW mit wesentlichen Verbesserungen bei der MIDI-Bearbeitung veröffentlicht

Ardour 9.5 ist da – mit umfangreichen Neuerungen im Pianoroll-Bereich, darunter Akkordbearbeitung, Referenznoten, ein Cursor im Cubase-Stil sowie Verbesserungen bei der MIDI-Automation.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com

Ardour 9.5 wurde heute als neueste Version der Open-Source-Audio-Workstation veröffentlicht und bietet verbesserte MIDI-Bearbeitung, neue Pianoroll-Werkzeuge, Verbesserungen der Benutzerfreundlichkeit, Plugin-Korrekturen sowie aktualisierte Unterstützung für Bedienoberflächen.

Das wichtigste Update ist ein erweiterter Pianoroll-Workflow. Ardour 9.5 verfügt nun über eine linke Seitenleiste für die Bearbeitung und Quantisierung von Akkorden, sodass Nutzer drei-, vier- oder fünfnotige Akkorde direkt in der Pianoroll zeichnen können. Nutzer können bestehende Akkorde auch durch das Verschieben von Noten modifizieren, umkehren oder anpassen.

Zudem ist die MIDI-Quantisierung nun in dieselbe Seitenleiste integriert. Nutzer können Noten auswählen, ein Quantisierungsraster festlegen und Änderungen direkt aus der Pianorolle heraus anwenden, was die rasterbasierte MIDI-Korrektur vereinfacht.

Referenznoten, in anderen DAWs auch als Ghost Notes bekannt, werden nun unterstützt. Ardour 9.5 ermöglicht es, mehrere MIDI-Regionen in derselben Pianorollenansicht zu öffnen, sodass Nutzer eine Region bearbeiten können, während sie Noten aus anderen Regionen als Referenz heranziehen.

Die neue Version bietet zudem Unterstützung für die gleichzeitige Bearbeitung mehrerer MIDI-Regionen, wobei über ein Dropdown-Menü zwischen der aktiven Region und allen Regionen gewechselt werden kann. Ein neuer Kreuzcursor im Cubase-Stil erleichtert die Orientierung beim Zeichnen von Noten oder Automationen.

Erwähnenswert ist auch, dass Ardour 9.5 neue Farbschemata für Noten in der Pianorolle einführt, darunter Themen für Anschlagstärke, Kanal, Spur und konfigurierbare Tonhöhe. Zudem wurden die MIDI-Automationsspuren neu gestaltet und werden nun vertikal gestapelt, sodass Nutzer jede Spur mit einem Klick auswählen, bearbeiten oder löschen können.

Über die MIDI-Bearbeitung hinaus bietet Ardour 9.5 Verbesserungen der Hauptoberfläche. Beim Bewegen des Mauszeigers über eine Region werden die Steuerpunkte für die Regionsautomation angezeigt. Der Übersichtsbereich ist nun standardmäßig schmaler, anpassbar, klarer und verfügt über Zoom-Steuerelemente auf der rechten Seite.

Die Plugin-Ansichten im unteren Bereich des Editors lassen sich nun einklappen, um einen schnelleren Zugriff auf häufig verwendete Plugins zu ermöglichen. Die eingeklappten Ansichten verfügen über einen Bypass-Schalter, mit dem Plugins deaktiviert werden können, ohne die Ansicht vollständig aufklappen zu müssen.

Die Handhabung von Spurvorlagen wurde verbessert: Auf der Mixer-Seite können Benutzer auf lokale und globale Spurvorlagen zugreifen und diese auf bestehende Spuren anwenden, um die Bearbeitung zu ersetzen. Die Version enthält außerdem zwei neue Farbschemata: Arc und OneDark.

Im Bereich KI führt Ardour 9.5 einen experimentellen, von der Community bereitgestellten MCP-Server ein, um Ardour über ein lokal laufendes LLM zu steuern. Es handelt sich um eine optionale Funktion, die unter Bearbeiten > Einstellungen > Bedienoberflächen durch Auswahl der Option Experimenteller MCP-HTTP-Server aktiviert werden kann. Das Projekt stellt klar, dass diese Funktion kein Audio mit LLMs erzeugt.

Weitere Verbesserungen umfassen ein optimiertes Resampling des Metronom-Ticks, eine korrigierte Erkennung von Überschreibungen beim Export, das Speichern von Standardwerten für MIDI-Draw-Kanal und Anschlagstärke, eine verbesserte Größenanpassung des Session-Dialogs, die wiederhergestellte Unterstützung für JPEG-Bilder, OSC-Verbesserungen, Aktualisierungen für Mackie Control, Verbesserungen beim MIDI-Chase sowie verschiedene interne Umstrukturierungen und Bereinigungen.

Bei Plugins behebt Ardour 9.5 Scan-Probleme mit bestimmten VST3-Plugins, unterstützt das Laden von VSTs mit Namen außerhalb der aktuellen Benutzer-Locale, verhindert Plugin-Änderungen während der Aufnahme und behebt Abstürze bei LV2-Plugins, die Nicht-URI-Erweiterungen verwenden.

Die Fehlerbehebungen betreffen die Latenzkompensation bei Side-Chain-Sends, hörbare Artefakte bei stummgeschalteten Aux-Sends, MIDI-Timestretching, das Verhalten von MIDI-Chase, das relative Snapping in der unteren Pianorolle, die Anzeige der Pitch-Bend-Automation, die Fehlerberichterstattung im Archiv sowie verschiedene Absturzbedingungen.

Weitere Details finden Sie in der Ankündigung. Ardour 9.5 ist ab sofort auf der offiziellen Website des Projekts verfügbar.

Bildnachweis: Ardour Project

 

 

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