
Das XP-Pen Artist 22R Pro funktioniert jetzt auch unter Linux
Das XP-Pen Artist 22R Pro ist ein Graphik-Tablet, das nach einigen Vorarbeiten mit Kernel 6.17 direkt und ohne Klimmzüge unterstützt wird.
Joshua Goins aka. Redstrate ist ein renommierter KDE-Entwickler. Nun hat er dank der Unterstützung weiterer KDE-Entwickler für den kommenden Kernel 6.17 vollständige Unterstützung für das Graphik-Tablet XP-Pen Artist 22R Pro ankündigen können. Weitere Tablets sollen folgen.
Ich habe den Patch für den Kernel fertiggestellt, um Unterstützung für dieses spezielle Tablet hinzuzufügen. Nachdem ich eine Weile daran gesessen habe (weil ich mit anderen Dingen beschäftigt war), freue ich mich, bekanntgeben zu können, dass er zusammengeführt wurde und in der kommenden Linux-Version 6.17 allgemein verfügbar sein sollte 🎉.
Der Patch basiert auf Vorarbeiten des Entwicklers Aren Villanueva, der den Kernel-Treiber DIGImend entwickelt hat.
Tag Team Action
Der bisherige Treiber von Aren Villanueva hatte noch einige Defizite, namentlich:
- Sie können die Tasten des Pads nicht einfach umwidmen, da es in einem "Kompatibilitätsmodus" startet, der nur vordefinierte Tastaturtasten senden kann.
- Die Verwendung der zweiten Stifttaste verhindert weitere Stifteingaben. (Bevor ich das behoben habe, habe ich mir angewöhnt, diese Taste nicht zu drücken 🙈)
- Die beiden Drehknöpfe funktionieren nicht, und wenn sie es täten, wären sie sowieso nicht umzuwidmen.
Seine darauf basierende Arbeit beschreibt der Entwickler Joshua Goins folgendermaßen:
Ich nahm seine Arbeit, setzte sie auf den bestehenden uclogic-Treiber auf und änderte unter anderem, wie die vielen Tasten und Regler gehandhabt werden. Ein Teil dieser Arbeit wurde in früheren Einträgen dieser Serie behandelt, falls Sie daran interessiert sind.
Das bedeutet, dass dieses Tablet unabhängig von Ihrer Desktop-Umgebung korrekt initialisiert ist und alle im Abschnitt über die Hardware aufgeführten Fehler behoben werden.
Allein, für die vollständige Unterstützung des Tablets inklusive Dials / Drehknöpfen musste an diversen Stellschrauben gedreht werden:
- libwacom: Joshua Goins
- libinput: Joshua Goins
- Wayland: Peter Hutterer
- KDE Plasma: Nicolas Fella
Durch die gelungene Kooperation steht neben dem Kernel-Treiber nun auch ein feiner Dialog für die Konfiguration in den Systemeinstellungen zur Verfügung:
Wie im obigen Bild zu sehen ist, können Dials bzw. Drehknöpfe nun durch einen weiteren Beitrag von Joshua Goins umgewidmet werden, um der persönlichen Arbeitsweise entgegenzukommen. Goins fasst zusammen:
Mit diesem letzten Teil - top to bottom - kann der gesamte Linux-Grafiktablettstapel nun die Vorteile relativer Drehknöpfe wie jede andere Hardwarefunktion nutzen 🎉.
Fazit
Ich möchte klarstellen (vor allem, wenn Sie mich nicht kennen), dass dies nicht irgendein Hack oder ein übereilter Treiber ist. Dieser Treiber wurde dank der jahrelangen Bemühungen von mehreren Parteien und Ökosystemen ermöglicht. Außerdem benutze ich diesen Treiber und KDE Plasma buchstäblich jeden Tag für meine Hobbys, ich weiß also aus erster Hand, dass es funktioniert.
Ich hoffe auch, dass diese Serie zeigt, dass die Infrastruktur für Grafiktabletts in Linux nicht stagniert, sondern dass jeden Tag von sehr begabten Leuten aktiv daran gearbeitet wird. In einer theoretischen zukünftigen Version der Distribution, die Linux 6.17 und KDE Plasma 6.5 enthält, wird dieses Tablet sofort funktionieren. (Und für andere Hardware ist es nur eine Frage der Zeit!)
Wir können den Linux-Desktop nicht nur für Künstler nutzbar machen, sondern wir können ihn besser als alles andere da draußen machen. Keine beschissene Treibersoftware mehr, Tablets werden sofort mit einem Betriebssystem funktionieren, das einen wirklich respektiert ❤️
An Nicolas, Peter und Aren - ihr könnt ein Bier oder ein Getränk eurer Wahl einlösen, wenn ihr wollt 🍻.
s3n🧩net wünscht viel Vergnügen mit Ihrem XP-Pen Artist 22R Pro

















Comments