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Deutschland schreibt ODF für die öffentliche Verwaltung im „Sovereign Digital Stack“ vor

Deutschland schreibt in seinem neuen Rahmenwerk für digitale Souveränität das Open Document Format vor und standardisiert damit die Dokumentenverwendung in der gesamten öffentlichen Verwaltung.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com

Deutschland hat das Open Document Format (ODF) im Rahmen seines neuen Rahmenwerks für eine souveräne digitale Infrastruktur, dem Deutschland-Stack, als Standard für Dokumente der öffentlichen Verwaltung vorgeschrieben.

Das vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung veröffentlichte Rahmenwerk legt technische Standards für eine einheitliche, interoperable digitale Umgebung auf allen staatlichen Ebenen fest. Es schreibt ausdrücklich ODF und PDF/UA als Dokumentformate vor und schließt proprietäre Alternativen von der offiziellen Nutzung aus.

Zur Information: ODF ist ein offenes, ISO-standardisiertes Dateiformat, das von Office-Paketen wie LibreOffice weit verbreitet genutzt wird. Die Vorgabe von ODF auf Bundesebene gewährleistet eine einheitliche Dokumentenverwaltung, Systemkompatibilität und langfristige Barrierefreiheit von amtlichen Unterlagen in allen öffentlichen Einrichtungen.

Der Deutschland-Stack unterstützt eine umfassendere Strategie zum Aufbau einer souveränen digitalen Infrastruktur unter Verwendung offener Standards, offener Schnittstellen und einer geringeren Abhängigkeit von einzelnen Anbietern. Das Rahmenwerk priorisiert zudem lokale Datenspeicherung und Open-Source-Entwicklung, um die Bindung an bestimmte Anbieter in staatlichen IT-Systemen zu begrenzen.

Florian Effenberger, Geschäftsführer der Document Foundation, sagt:

Die Entscheidung Deutschlands, ODF als Kernstück seines nationalen souveränen Stacks zu verankern, bestätigt, was wir seit Jahren vertreten: Offene, herstellerneutrale Dokumentformate sind kein Nischenanliegen einiger Technologiespezialisten und FOSS-Befürworter. Sie sind eine grundlegende Infrastruktur für demokratische, interoperable und souveräne öffentliche Verwaltungen.

Deutschlands Vorgehen steht im Einklang mit den allgemeinen europäischen Bemühungen zur Förderung der digitalen Souveränität und Interoperabilität, darunter der Europäische Interoperabilitätsrahmen und das Gesetz zur Cyber-Resilienz. Diese Maßnahmen unterstreichen die Bedeutung offener Standards für die Gewährleistung sicherer, transparenter und zukunftssicherer digitaler Dienste.

Der Deutschland-Stack basiert auf Beschlüssen verschiedener Bundes- und Landesbehörden und wird die Entwicklung einer gemeinsamen digitalen Infrastruktur bis 2028 leiten. Im Zuge der Umsetzung wird das Mandat die Beschaffung, die Softwareauswahl und die Dokumentenworkflows im gesamten öffentlichen Sektor Deutschlands prägen.

Weitere Informationen zum Rahmenwerk finden Sie in der offiziellen Veröffentlichung zum Deutschland-Stack (🇩🇪). Außerdem können Sie sich die Ankündigung der Document Foundation (🇬🇧) ansehen.

 

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