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Die Document Foundation fordert Europa auf, sich von proprietärer Software zu lösen

Die Document Foundation, Entwickler von LibreOffice, fordert die Europäer nachdrücklich auf, auf Open-Source-Lösungen umzusteigen und ihre Abhängigkeit von proprietärer Software und großen Technologieplattformen zu verringern.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com

Die Document Foundation hat einen offenen Brief (🇬🇧) an die europäischen Bürger veröffentlicht, in dem sie zu einer Umstellung auf freie und quelloffene Software sowie zu einer geringeren Abhängigkeit von proprietären Plattformen aufruft.

Im Mittelpunkt des Briefes steht die digitale Souveränität; dabei wird betont, dass Europa die Kontrolle über seine digitale Infrastruktur, seine Daten und die IT-Systeme des öffentlichen Sektors behalten sollte. Gleichzeitig werden Bedenken hinsichtlich einer langfristigen Abhängigkeit von außereuropäischen Technologieanbietern und der Risiken einer Anbieterabhängigkeit geäußert.

Die Organisation empfiehlt öffentlichen Einrichtungen, offenen Standards und interoperablen Lösungen Vorrang einzuräumen. Der Brief betont, dass Regierungssoftware Transparenz, langfristige Zugänglichkeit und Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern gewährleisten sollte.

In Bezug auf die Verwendung öffentlicher Mittel argumentiert The Document Foundation, dass Steuergelder die Entwicklung von Open-Source-Software unterstützen sollten, anstatt proprietäre Ökosysteme. Dies steht im Einklang mit dem Prinzip „Public Money, Public Code“, das dafür eintritt, öffentlich finanzierte Software für alle zugänglich zu machen.

Vor dem Hintergrund ihres Produkts LibreOffice stellt der Brief einen Zusammenhang zwischen offenen Standards und der Kontrolle über Daten her und weist darauf hin, dass proprietäre Dateiformate den langfristigen Zugang zu Informationen einschränken können. Die Veröffentlichung erfolgt vor dem Hintergrund der laufenden Diskussionen in der Europäischen Union über digitale Souveränität, Cloud-Infrastruktur und die Regulierung großer Technologieanbieter.

Der Brief schlägt zwar keine konkreten politischen Maßnahmen vor, fordert jedoch die europäischen Bürger und Entscheidungsträger auf, die weiterreichenden Auswirkungen von Software-Entscheidungen zu berücksichtigen.

Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass bereits konkrete Schritte in diese Richtung unternommen wurden. Das jüngste Beispiel ist Deutschland, wo das Open Document Format (ODF) als Standard für Dokumente der öffentlichen Verwaltung innerhalb seines neuen Rahmens für eine souveräne digitale Infrastruktur, dem Deutschland Stack, vorgeschrieben worden ist.

 

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