
Systemd 260 verzichtet bei großem Bereinigungsupdate auf die Unterstützung von SysV Init
Systemd 260 verzichtet auf SysV-Skripte, erhöht die Anforderungen an den Kernel und die Abhängigkeiten und führt wichtige interne Änderungen im gesamten Stack ein.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com
Systemd 260 wurde veröffentlicht und bringt eines der einschneidendsten Updates der letzten Zyklen mit sich. Es entfernt seit langem veraltete Legacy-Komponenten, erhöht die Mindestanforderungen und führt neue Frameworks für moderne Linux-Systeme ein.
Die auffälligste Änderung ist die vollständige Entfernung der Unterstützung für System-V-Init-Skripte. Komponenten wie systemd-sysv-generator, systemd-sysv-install und rc-local.service sind nicht mehr vorhanden, wodurch die Kompatibilität mit Legacy-Init-Skripten endet. Systeme und Software, die weiterhin auf SysV angewiesen sind, müssen nun native systemd-Unit-Dateien bereitstellen, um weiterhin zu funktionieren.
Systemd 260 erhöht zudem die Mindestanforderungen für den gesamten Stack. Der Basis-Linux-Kernel wechselt auf Version 5.10, wobei für den vollen Funktionsumfang neuere Kernel empfohlen werden. Mehrere zentrale Abhängigkeiten wurden aktualisiert, darunter glibc 2.34, OpenSSL 3.0 und Python 3.9.
Eine wichtige Neuerung in dieser Version ist mstack, eine Funktion, die die Definition von Overlayfs und Bind-Mount-Konfigurationen unter Verwendung einer strukturierten Verzeichnisstruktur ermöglicht. Dadurch können Dienste und Container aus eigenständigen Verzeichnissen bereitgestellt werden, die ihre Laufzeitumgebung beschreiben.
Zu diesem Zweck führt systemd 260 außerdem das neue Befehlszeilentool systemd-mstack ein, mit dem sich mstack-Konfigurationen direkt verwalten und mit ihnen interagieren lässt.
Darüber hinaus wird ein neues Framework für Metriken und Berichterstellung eingeführt. Systemkomponenten können strukturierte Daten über Varlink-Endpunkte unter /run/systemd/report/ bereitstellen, die mit dem neuen Tool systemd-report im JSON-Format erfasst werden können. Dies bietet eine einheitliche Methode, um komponentenübergreifende Einblicke auf Systemebene zu gewinnen.
Systemd 260 baut zudem die Nutzung von Varlink als IPC-Mechanismus weiter aus. Zu den neuen Funktionen gehören ein Register zur Erkennung von Diensten sowie zusätzliche Varlink-Entsprechungen für bestehende D-Bus-Methoden, wodurch die Integration im gesamten System weiter vorangetrieben wird.
Darüber hinaus geben die Energieverwaltungsmethoden in logind nun detailliertere Status zurück, um Inhibitor-Bedingungen besser darzustellen, was möglicherweise Aktualisierungen in Desktop-Umgebungen und zugehörigen Tools erforderlich macht. Weitere Änderungen umfassen neue Unit-Einstellungen wie BindNetworkInterface=, MemoryTHP= sowie Verbesserungen bei der Handhabung von Benutzer-Namespaces.
Zu den Verbesserungen im Netzwerkbereich gehören erweiterte Konfigurationsoptionen in systemd-networkd und eine neue Integration mit ModemManager, die die direkte Verwaltung von Mobilfunkverbindungen über systemd ermöglicht.
Schließlich bringt die Version Aktualisierungen für Container- und Image-Workflows mit sich. Die Handhabung von OCI-Images wurde verbessert, und neue Optionen in Tools wie systemd-nspawn und systemd-vmspawn sind auf das neue mstack-Konzept abgestimmt.
Weitere Informationen finden Sie im Changelog.















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