
Valve unterstützt die Portierung des RADV-Vulkan-Treibers auf Windows
Collabora bringt den Open-Source-RADV-Vulkan-Treiber von Mesa auf Windows – die experimentelle Portierung ermöglicht bereits den Start von Counter-Strike 2.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com
Collabora arbeitet an einer experimentellen Windows-Portierung von RADV, dem Open-Source-Vulkan-Treiber von Mesa für AMD-Grafikhardware. Valve sponsert die aktuelle Phase, da das Projekt einen Meilenstein erreicht hat: „Counter-Strike 2“ lässt sich nun unter Windows mit RADV starten.
RADV hat sich unter Linux zum De-facto-Vulkan-Treiber für AMD-GPUs entwickelt, wo er einen wesentlichen Bestandteil des Mesa-Grafikstacks bildet. Windows-Nutzer sind jedoch nach wie vor auf den proprietären Grafiktreiber von AMD angewiesen, weshalb die Möglichkeit, RADV nativ auf dieser Plattform auszuführen, von besonderer Bedeutung ist.
Das Projekt baut auf früheren Arbeiten der Grafikentwicklerin Faith Ekstrand auf, die auf der XDC 2024 demonstrierte, dass RADV über die Schnittstelle „Windows Display Driver Model 2“ mit dem proprietären Windows-Kernel-Mode-Treiber von AMD kommunizieren kann.
Ihre erste Implementierung rekonstruierte einen ausreichenden Teil der privaten Kommunikation zwischen den User-Space- und Kernel-Treibern von AMD, um Speicher zuzuweisen, Warteschlangen zu erstellen, Befehle zu übermitteln und eine einfache 3D-Szene zu rendern.
🎓 Collabora hat diesen PoC zu einer leistungsfähigeren nativen Windows-Implementierung ausgebaut. Die neuen Entwicklungen beseitigen die Abhängigkeit von WSL, reduzieren fest codierte Hardware-Annahmen, verbessern die Verarbeitung und Synchronisation von Befehlsströmen und fügen Unterstützung für Sparse-Bindings, Tessellation, Task-Shader sowie die dynamische Erkennung von GPU-Fähigkeiten hinzu.
Obwohl der Treiber die vollständige Vulkan-Konformitäts-Testsuite noch nicht besteht, hat sich seine Erfolgsquote erheblich verbessert. Noch wichtiger ist, dass die Portierung „Counter-Strike 2“ starten kann, indem das Spiel mit dem Befehlszeilenargument „-vulkan“ aufgerufen wird.
Diese Errungenschaft bedeutet jedoch nicht, dass RADV bereit ist, den offiziellen Windows-Vulkan-Treiber von AMD zu ersetzen. Die aktuelle Implementierung befindet sich weiterhin im experimentellen Stadium, und es müssen noch mehrere große technische Hürden überwunden werden, bevor sie stabil genug für den allgemeinen Einsatz sein könnte.
Collabora erklärt, dass eine produktionsreife Implementierung entweder eine stabile und dokumentierte Schnittstelle zum AMD-Kernel-Treiber oder eine von AMD bereitgestellte Kompatibilitätsbibliothek erfordern würde, die Änderungen am proprietären Kommunikationsformat verbirgt.
Die Darstellungsleistung ist ein weiterer Bereich, der noch nicht ausgereift ist. RADV nutzt unter Windows derzeit einen langsameren, CPU-basierten Darstellungsweg anstelle nativer DXGI-Swapchains. Eine ordnungsgemäße Unterstützung von DXGI würde den Import von Bildern aus D3D12 erfordern. Um eine Zero-Copy-Darstellung zu erreichen, wäre eine zusätzliche Zusammenarbeit mit AMD und wahrscheinlich auch mit Microsoft erforderlich.
Laut Collabora könnten Zero-Copy-Swaps in Anwendungen, die nicht durch die Rechenleistung der GPU begrenzt sind, Leistungssteigerungen von bis zu dem Dreifachen erzielen. Dies ist jedoch noch eine zukünftige Optimierung und keine Funktion des aktuellen Treibers.
Trotz dieser Einschränkungen zeigt das Projekt, dass der Open-Source-AMD-Vulkan-Treiber von Mesa über Linux hinaus läuft und echte Windows-Gaming-Anwendungen unterstützen kann.
Die Windows-RADV-Arbeiten sind derzeit in einem Entwicklungszweig und nicht in der Hauptcodebasis von Mesa verfügbar, und Collabora hat noch keinen Zeitplan für die Veröffentlichung eines Treibers für Endnutzer bekannt gegeben. Vorerst wird das Projekt noch als technisches Experiment betrachtet.
Weitere Details finden Sie in der Ankündigung von Collabora.
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