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About: Linux (Distros)

Manche möchten das Rad einfach neu erfinden. So etwa Ikey Doherty mit Solus, Serpent OS, Clear Linux, AerynOS und dem Budgie Desktop. Allein, die wilden Tage sind für Linux vorbei. Stattdessen kristalliert sich allmählich eine Trias bewährter Distributionen, Desktops und Paketformate heraus, die als Grundlage für Experimente dient und auch für große Institutionen zunehmend interessant wird.

Alle Jahre wieder rauscht ein Lüftchen durch den Blätterwald der Linuxwelt. Projekte des bereits erwähnten Ikey Doherty (🇬🇧) waren erstaunlich oft dabei. Aber auch von Projekten wie LxQt oder Mandriva spricht heute kein Mensch mehr. Distributionen und Desktops kamen und gingen. Geblieben ist im Wesentlichen das Trio aus Arch/Manjaro, Debian/Ubuntu und Redhat/Fedora - beziehungsweise KDE Plasma, Gnome und XFCE in Bezug auf die Desktopumgebung.

Not invented here

Viele Versuche, "etwas eigenes zu machen", sind kläglich gescheitert: Als Paradebeispiel sei hier Elementary OS angeführt, das sich allen Ernstes daran versuchte, neben Qt/KDE und GTK/Gnome eine dritte, auf Vala basierende Schiene einzuführen - viel Monetarisierung und wenig Nachhaltigkeit inklusive.
Es kam, wie es kommen musste: Daniel(le) Foré und Elementary fielen nach dem Fortgang des einzigen weiteren Entwicklers Cassidy James Blaede dem Busfaktor zum Opfer - und verschwanden folgerichtig in der Versenkung.

Standards regieren die Welt

Wer wüsste das besser als die Erfinder der DIN-Norm! Und so sind "exotische" Linux Distros rar geworden: Die aktuelle führende Distro auf Distrowatch.com ist CachyOS und basiert auf Arch. Linux Mint, das wahlweise auf Debian oder Ubuntu basiert, folgt auf Platz zwei. Und die Privatanwenderinkarnation von Redhat - Fedora - liegt immerhin auf Platz acht. Die gesamten Top 10 bestehen aus Debian, Fedora, ihren Derivaten und Derivaten von Arch Linux (Cachy, Endeavour, Manjaro) - Stand 20.04.2026.

Die Freiheit ist ein Menü

Auf dem Gabentisch der Linuxwelt liegen also typischerweise gleich drei Alternativen: Arch/Manjaro (ZIP), Debian/Ubuntu (DEB) und Redhat/Fedora (RPM) - zubereitet in den Varianten GNOME, KDE und XFCE (mit dem aufstrebenden Homo Novus namens Cosmic Desktop).
Das ist ein krasser Gegensatz zur bisherigen Mono- bzw- Bikultur aus Apple/Mac sowie Microsoft/Windows und erlaubt eine freie Wahl unter Berücksichtigung der eigenen Bedürfnisse: Debian/Ubuntu oder Redhat/Fedora für felsenfeste Stabilität, Arch/Manjaro für unschlagbare Aktualität.

Fazit

Linux und Open-Source - in welcher Form auch immer - machen unabhängig, schließlich liegt der Quellcode vor und kann bedarfsgerecht angepasst werden. Insofern überrascht es nicht, dass die freiheitsliebenden Gallier Windows abgeschwört und sich dem Pfad des Pinguins verschrieben haben. Oder dass ein Euro-OS auf Linuxbasis kolpotiert wird, um sich vom US-Amerikanischen Microsoft Windows zu emanzipieren. Oder dass die EU mittlerweile auch auf dem freien Netzwerk Mastodon unterwegs ist. Oder dass selbige das freie ODF-Format geadelt hat.
Freiheit und (digitale) Souveränität sind wieder en vogue. Denn eines haben Linux und Open-Source-Software im Allgemeinen längst bewiesen: nämlich dass sie keine hippieähnliche Eintagsfliege sind - sondern here to stay.

Ein Kommentar von Christian Spaan

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