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GNOME OS plant eine App nach dem Vorbild von TestFlight für experimentelle Software

GNOME OS könnte ein Test Center nach dem Vorbild von TestFlight erhalten, über das temporäre experimentelle Builds mithilfe einfacher Freigabelinks installiert werden können.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com

Ein neu finanziertes Entwicklungsprojekt zielt darauf ab, das Testen experimenteller Anwendungen und Änderungen auf Systemebene unter GNOME OS, dem eigenen experimentellen Betriebssystem von GNOME, erheblich zu vereinfachen – insbesondere für Nutzer, die sich mit Flatpak-Bundles, inoffiziellen Repositories oder der manuellen Installation über die Befehlszeile nicht wohlfühlen.

Die Initiative, die offiziell den Namen „GNOME OS Developer Tool Suite“ trägt und vom deutschen Prototype Fund unterstützt wird, konzentriert sich auf Tools zum Erstellen, Teilen und Testen von Erweiterungen für imagebasierte Betriebssysteme auf lokaler Ebene.

Mitglieder des Modal Collective leiten das Projekt und haben im vergangenen Monat Feedback von Entwicklern der GNOME-Community gesammelt, während das Team nun mit der Prototypenentwicklung beginnt.

Im Mittelpunkt des Vorschlags steht eine neue Anwendung mit dem vorläufigen Namen „Test Center“, die das Herunterladen, Installieren und Verwalten experimenteller GNOME-Anwendungen vereinfachen soll.

Derzeit nutzen Entwickler CI-Systeme, um Flatpak-Bundles für einzelne Merge-Anfragen zu generieren. Obwohl dies das Testen von Anwendungen verbessert hat, bleibt der Arbeitsablauf relativ technisch, da Tester das entsprechende Bundle manuell herunterladen, installieren und später wieder entfernen müssen.

„Test Center“ zielt darauf ab, dieses Problem zu lösen, indem es eine ähnliche Benutzererfahrung wie Apples „TestFlight“ bietet. Entwickler würden einen einfachen Freigabelink bereitstellen, über den Tester die experimentelle Anwendung installieren könnten.

Testversionen würden eindeutig als experimentell gekennzeichnet, wodurch Verwechslungen mit stabilen Versionen vermieden würden. Entwickler könnten zudem eine Gültigkeitsdauer festlegen, um sicherzustellen, dass temporäre Versionen nicht auf unbestimmte Zeit installiert bleiben.

Wichtig ist, dass das Test Center nicht nur auf reguläre Desktop-Anwendungen beschränkt wäre. Modal Collective plant außerdem, dieselbe Schnittstelle zum Testen experimenteller Versionen von Systemkomponenten auf niedrigerer Ebene zu nutzen. Dies würde dabei helfen, Funktionen zu evaluieren, die über eigenständige Flatpak-Anwendungen hinausgehende Änderungen erfordern, wie beispielsweise neue Kindersicherungsfunktionen oder Modifikationen an zentralen GNOME-Komponenten.

Bei herkömmlichen, paketbasierten Linux-Distributionen müssen Entwickler zum Testen solcher Änderungen oft Ersatzpakete erstellen und diese über inoffizielle Repositories wie COPR oder PPA veröffentlichen. Tester müssen dann stabile Systempakete durch experimentelle Versionen ersetzen, was zu fehlerhaften Abhängigkeiten, verpassten Updates oder einem unbrauchbaren System führen kann.

Der vorgeschlagene GNOME-OS-Workflow würde stattdessen für jeden relevanten Merge-Request ein Systemerweiterungs-Image, allgemein bekannt als „Sysext“, generieren. Das Test Center könnte das Experiment dann über einen Freigabelink installieren und als Overlay über das bestehende Betriebssystem legen.

Da die zugrunde liegenden Systemdateien nicht dauerhaft ersetzt werden, wird der Rechner durch das Entfernen der Erweiterung in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Darüber hinaus behebt die umfassendere „GNOME OS Developer Tool Suite“ auch eine wesentliche Einschränkung abbildbasierter Linux-Systeme: die Installation von Entwicklungswerkzeugen für die Befehlszeile.

Herkömmliche Linux-Distributionen erleichtern die Installation spezialisierter Dienstprogramme über Paketmanager. GNOME OS bietet zwar bereits eine Erweiterung für das Entwicklungssystem, die einige häufig verwendete Werkzeuge enthält, doch kann ein einzelnes Image realistischerweise nicht jedes spezialisierte Dienstprogramm umfassen, das Entwickler möglicherweise benötigen.

Flatpak ist zudem in erster Linie auf grafische Desktop-Anwendungen ausgelegt und gilt nicht als geeignete Allzwecklösung für Terminalprogramme.

Modal Collective gibt an, das Problem mit den Flatpak-Entwicklern besprochen zu haben und bereits einen ersten Ansatz für die Bereitstellung von Befehlszeilen-Tools von Drittanbietern zu haben. Weitere Details sollen im Laufe der Entwicklung dieses Teils des Projekts separat bekannt gegeben werden.

Weitere Informationen finden Sie im Blogbeitrag von Modal Collective.

Bildnachweis: Modal Collective

 

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