
KDE hat eine neue Blog-Serie
Deutschlands Sovereign Tech Agency hat die Bedeutung von KDE für offene und somit souveräne Computerlandschaften offenbar erkannt. Und für die Jahre 2026 und 2027 stolze €1,285,200.00 zur Verfügung gestellt. Die neue Reihe This Quarter in KDE Digital Sovereignty trägt dem Rechnung und erläutert, was KDE mit dem Geld anstellt.
Sichtbare Veränderungen, die dem Nutzer unmittelbar zugute kommen, sind nicht nur prominent, sondern oftmals auch schnell gemacht. Anders verhält es sich bei vergleichsweise "undankbarer" Grundlagenarbeit: Sie verschlingt Unmengen an Zeit und im Zweifel merkt kaum jemand einen Unterschied. Aus diesem Grunde sind institutionelle Unterstützer so wichtig.
Sovereign Tech Agency
Hier kommt nun die Sovereign Tech Agency ins Spiel, die eine äußerst großzügige Summe für die Unterstützung von KDE aufgebracht hat: €1,285,200.00 sind kein Pappenstil und durchaus geeignet, das oben beschriebene Dilemma zu lösen, indem die armen Seelen, die sich mit der unliebsamen Infrastrukturarbeit befassen müssen, immerhin adäquat für auftretende Schmerzen kompensiert werden.
Freilich muss man für solch eine enorme Summe gewissenhaft Rechenschaft ablegen, und genau dies ist der Gegenstand von KDEs neuer Serie This Quarter in KDE Digital Sovereignty.
Qualitätssicherung
Zunächst lag der Fokus naturgemäß auf der Qualitätssicherung, da diese gewissermaßen die "Grundlage" für alle weiteren Arbeiten darstellt: schließlich will man dieselben Fehlerteufel nicht wieder und wieder austreiben. Außerdem entsteht durch Automatisches Testen gleichsam ein "Frühwarnsystem" für Unfälle, die durch aktualisierte Abhängikeiten entstehen, im Falle KDEs vor allem durch neue Versionen des von KDE genutzten Frameworks Qt.
The bulk of the work consisted of getting KDE’s house in order when it comes to automated testing — ensuring things that are working stay working, and providing early warnings about incompatibilities from updated dependencies.
Der Großteil der Arbeit bestand darin, bei KDE im Bereich der automatisierten Tests für Ordnung zu sorgen – sicherzustellen, dass alles, was funktioniert, auch weiterhin funktioniert, und frühzeitig vor Inkompatibilitäten aufgrund aktualisierter Abhängigkeiten zu warnen.
Testsuiten sind so bereits für KDE PIM und KDE Linux enstanden.
Souveränität im Büro
Daneben liegt der Schwerpunkt derzeit offenbar auf bürorelevanten Verbesserungen, namentlich IMAP4 Revision 2, WebDAV Push-Benachrichtigungen und der Handhabung von Netzwerkfreigaben. Aber nicht nur die Konnektivität des Büros steht auf der Tagesordnung.
Konten, Konfiguration und Kontinuierliches Booten
Konten können demnächst einfach per E-Mail-Adresse und Passwort eingerichtet werden, so wie man es bereits von E-Mail-Adressen kennt, beispielsweise im Kontoassistenten Thunderbirds. Sobald diese Entwicklung abgeschlossen ist, dürfen sich Benutzer über eine All-in-one-Einrichtung für E-Mail, Kalender und Identität freuen.
Darüber hinaus wird momentan die eigene Software portiert, um das zukunftsträchtige System KConfigXT zu nutzen: ein deklarativer Ansatz zur Beschreibung der Konfiguration, der portabel ist und der Kategorie der Dotfilemanager unter KDE eine schwere Zeit bescheren sollte.
Kontinuierliches Booten ist immer praktisch, schließlich sind schwarze Bildschirme nicht besonders gut für die Produktivität 😉. Damit es auch nach nach Unfällen mit dem Bootvorgang klappt, steht die Unterstützung von Btrfs-Snapshots samt Dateiversionierung auf der Agenda.
Fazit
Eine grundlegende Überholung der Grundlagen ist ein zeit- und kostenintensives Unterfangen, das obendrein nicht mit großem Ruhm verbunden ist. Soweit die schlechte Nachricht.
Die gute Nachricht ist, dass diese Unternehmung nun dank der großzügigen Unterstützung der Sovereign Tech Agency zügig voranschreitet und - nach Abschluss der "Renovierungsphase" - den Weg für Arbeiten freimacht, die dem geneigten Nutzer deutlich eher ins Auge stechen sollten.















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