
RPM 6.1 veröffentlicht – mit schnellerer Paketinstallation und verbesserter Paketsignierung
RPM 6.1 kann die Installationszeiten für Pakete in manchen Fällen um rund 26 % verkürzen und bietet darüber hinaus PKCS#11-Signaturen, neue Makro-Funktionen und vieles mehr.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com
Drei Monate nach der Veröffentlichung einer RC-Version ist RPM 6.1 nun als neuestes stabiles Update des weit verbreiteten RPM-Paketmanagers erschienen.
Eine der auffälligsten Verbesserungen ist die schnellere Paketinstallation auf modernen Linux-Systemen. RPM schließt Dateideskriptoren nun effizienter, wenn es unter dem Linux-Kernel 5.11 oder neuer mit glibc 2.34 oder höher ausgeführt wird. Nach Angaben der Entwickler kann die Installationszeit dadurch in einigen Fällen um rund 26 % verkürzt werden.
Auch die Transaktionsverarbeitung wurde verbessert. Der Keystore verwendet nun eine eigene Sperre, anstatt die Transaktionssperre gemeinsam zu nutzen. Damit wird ein Regressionsfehler in RPM 6.0 behoben, der während einer Transaktion alle Abfragen an die RPM-Datenbank blockierte.
Gleichzeitig stellt RPM 6.1 standardmäßig die NSS-basierte Suche nach Benutzern und Gruppen wieder her, die in RPM 4.19 deaktiviert worden war. Wichtig ist, dass die NSS-Suche bei Vorgängen mit der Option --root weiterhin deaktiviert bleibt, während Administratoren sie nach wie vor über RPM-Makros deaktivieren können. Benutzer und Gruppen können nun zusätzlich zu den Paketen auch von der System-Laufzeitumgebung über NSS bereitgestellt werden.
Eine weitere wichtige Neuerung ist der Makroprozessor von RPM. Das Verhalten von Makros lässt sich nun bereits bei der Definition mithilfe einer neuen Modifikatorsyntax anpassen. Zunächst stehen zwei Modifikatoren zur Verfügung: Literal-Erweiterung und One-Shot-Erweiterung. Darüber hinaus erhält %define die neuen Optionen -e und -g.
Für Paketentwickler exportiert RPM nun die Umgebung des Build-Skripts in eine Datei namens rpmbuild.env im Verzeichnis %{builddir}. Zudem erkennt rpmbuild nun k“ als Argument der Build-Phase für die Ausführung des Skriptlets %check, was laut Entwicklern insbesondere in Verbindung mit der Option --short-circuit nützlich ist.
RPM 6.1 verbessert außerdem die Diagnose, wenn Binärdateien nicht mit der Paketarchitektur übereinstimmen. Anstelle einer wenig aussagekräftigen Fehlermeldung gibt RPM nun das betroffene Paket oder Unterpaket zusammen mit den Dateinamen und Dateitypen an, die den Fehler verursachen.
Im Bereich Sicherheit und Signierung kann rpmsign nun Dateien mit PKCS#11-Tokens signieren, wodurch die Verwendung kompatibler hardwaregestützter oder externer kryptografischer Geräte als Teil von RPM-Signatur-Workflows möglich wird.
Die Ausgabe der Paketüberprüfung wurde ebenfalls bereinigt, um Fälle zu beheben, in denen RPM zuvor während der Überprüfung übermäßige, irreführende oder falsche Meldungen ausgeben konnte.
Was die Dokumentation betrifft, so enthält RPM 6.1 mehrere neue Handbuchseiten zu den Themen Abhängigkeitsgeneratoren, RPM-Design, Scriptlets, sysusers und die Behandlung von ELF-Abhängigkeiten. Das rpmbuild Handbuch beschreibt den Build-Prozess nun ausführlicher, während die Dokumentation zu rpmkeys um die allgemeinen Überprüfungsrichtlinien erweitert wurde.
Schließlich führt RPM 6.1 ein neues, vom Linux-Kernel inspiriertes Release-Modell ein. Diese Änderung soll einen besser vorhersehbaren Entwicklungs- und Release-Rhythmus für zukünftige Versionen des Paketmanagers schaffen.
Weitere Details finden Sie in den Release-Hinweisen.
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