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Zulip wird zur Foundation

Der Gründer des leider noch wenig bekannten Zulip Team-Messengers hat bekannt gegeben, dass er bei Anthropic anheuert und das Projekt in die Hände der neu gegründeten Zulip Foundation gibt.

Microsoft Teams ist in aller Munde. Da haben es (freie) Alternativen schwer. Zulip ist hingegen ein tolles Stück Software für Teamchats, das bisher eher weniger bekannt ist. Doch wenn es nur um die Funktionalität von Teamchats geht - ohne das Microsoft-Ökosystem - ist Zulip eine großartige Alternative.

Zulip wird Gemeingut

Nun hat Tim Abbot - der Vater Zulips - bekanntgegeben, dass er sein etwa zehnjäriges Baby einer gemeinnützigen Stiftung überlässt und selbst bei Anthropic anheuert.

Der heutige Tag markiert einen bedeutenden Wendepunkt für das Open-Source-Projekt Zulip und für Kandra Labs, das dahinterstehende Unternehmen: Ich ziehe mich aus der Vollzeit-Führung von Zulip zurück, um gemeinsam mit drei weiteren leitenden Teammitgliedern zu Anthropic zu wechseln, und wir übertragen das Unternehmen an eine neu gegründete, unabhängige, gemeinnützige Zulip Foundation. Die neue Struktur sorgt für Stabilität, ein erneutes Bekenntnis zu unseren Werten und Möglichkeiten für wohltätige Spendenaktionen zur Unterstützung unserer Mission. In diesem Blogbeitrag werden diese Veränderungen erläutert und erklärt, warum sie Zulip für einen größeren langfristigen Erfolg rüsten.

Dennoch scheint die Zukunft dank der neu gegründeten Zulip Foundation gesichert.

Die Zukunft Zulips

Tim Abbott geht mit einigen Mitstreitern zu Anthropic, während die übrigen Mitglieder des Teams den Betrieb Zulips im Rahmen der neuen Stiftung aufrechterhalten und entstandene Lücken durch Neueinstellungen kompensieren (via Kandra Labs, der "Firma" hinter Zulip).

Kandra Labs, das Unternehmen, das Zulip in den letzten zehn Jahren betreut hat, wird nun vollständig und eigenständig im Besitz der Zulip Foundation sein, ohne weitere Anteilseigner oder Verbindlichkeiten. Kandra Labs wird Zulip weiterhin für den Einsatz in allen Branchen hosten, unterstützen und verbessern und Geschäftskunden ein hervorragendes Erlebnis bieten. Wir sind bestrebt, ein vertrauenswürdiger und transparenter Anbieter für unsere Kunden zu sein, und erwarten keine wesentlichen Änderungen in unserer Geschäftsführung.

Indes drückt der Gründer Tim Abbot sein unumstößliches Vertrauen in die "Crew" aus, während er selbst sich sich zu Anthropic verabschiedet, um sich dort der Myriaden von Einsatzszenarien von KI (vermutlich im Zusammenhang mit Teamchats) anzunehmen.

Ich verlasse Zulip, um zu Anthropic zu wechseln, da sich das Unternehmen in bemerkenswerter Weise für die verantwortungsvolle Entwicklung von KI zum langfristigen Wohle der Menschheit einsetzt. Drei weitere Mitglieder des langjährigen Führungsteams von Zulip werden mich ebenfalls zu Anthropic begleiten: Alya Abbott, Greg Price und Alex Vandiver.

Den Übergang wird die erfahrene Praktikerin Kim Vandiver managen:

Kim Vandiver, eine erfahrene Führungskraft und Praktikerin, ist als Interimspräsidentin zu Kandra Labs gestoßen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Es ist nicht das erste Mal, dass Kim sich bereit erklärt hat, einer werteorientierten Organisation in Zeiten des Wandels zu helfen: Bei VaccinateCA, einer sich rasch entwickelnden Initiative aus der COVID-Zeit zur Verbreitung von Informationen über Impfstoffe, sprang Kim ein, um verschiedene Prozesse zu optimieren – zunächst als Freiwillige, später als Director of Operations. Ich bin sehr dankbar, dass sie hier ist, um den Betrieb zu leiten und bei der weltweiten Suche nach der bestmöglichen Führung für Zulip in der Zukunft zu helfen.

Fazit

Die Verbindung von KI und (institutionellen) Teamchats ergibt durchaus Sinn. Man denke nur an die KI-Funktion der Zusammenfassung, die uralte und ellenlange Threads in Windeseile ins Gedächtnis rufen kann - ein echter Zeitgewinn, der Raum für vorwärtsgerichtetes Arbeiten freimacht.
Und Tim Abbot ist sicher der richtige Mann, um bei Anthropic Teamchat-Expertise mit KI-Expertise zu verbinden. Der Vorwurf des Ausverkaufs, der sicher irgendwann auf Reddit zu bestaunen sein wird, verfängt hier nicht. Schließlich gehen sämtliche "Assets" in den Besitz der Stiftung über.
Doch selbst wenn die Gründung der Stiftung wie im Falle Mastodons mit einer "Abfindung" für den Gründer des Projekts verbunden gewesen wäre - es wäre immer noch THE WAY™️.
Denn wer wie im Falle Tim Abbots ein ganzes Jahrzent an freier und kostenloser Software arbeitet, hat sicher eine anständige Kompensation verdient, nachdem das Projekt in eine gemeinnützige Stiftung gegeben wurde.

Denn genau so wirds gemacht: Anstatt das "Produkt" durch Vorinstallationen und Werbung zu verschandeln (👋Microsoft), gibt man sein Baby lieber in eine Stiftung und lässt sich anderweitig ernähren.

Eine kommentarlastige News von s3n🧩net

 

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