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Dieser neue Nextcloud-Client sieht schon jetzt überraschend gut aus

Nextcloud Native ist ein neuer Open-Source-Client, der die Funktionen „Dateien“, „Fotos“, „Chat“, „Kalender“, „E-Mail“ und mehr in einer durchdachten, nativen Benutzeroberfläche vereint.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com

Ein vielversprechender neuer Open-Source-Nextcloud-Client ist still und leise aufgetaucht und wirkt – anders als viele Projekte in der Anfangsphase – bereits bemerkenswert ausgereift. Die Anwendung namens „Nextcloud Native“ vereint die Dienste „Dateien“, „Fotos“, „Talk“, „Kalender“, „Mail“, „Notizen“, „Deck“ und weitere Dienste eines Nextcloud-Servers in einer einheitlichen nativen Benutzeroberfläche.

Wichtig ist, dass das Projekt unabhängig entwickelt wird und weder mit der Nextcloud GmbH verbunden ist noch von ihr gesponsert oder unterstützt wird. Es ist noch jung und gilt offiziell als Alpha-Software, doch es sind lauffähige Builds für Linux, Android und Windows verfügbar, wobei Linux die primäre Zielplattform für die interaktive Desktop-Entwicklung des Projekts ist.

Im Hintergrund bettet Nextcloud Native keine entfernten Webseiten ein, sondern kommuniziert über verifizierte Nextcloud-APIs und -Verträge mit dem Server und stellt die zurückgegebenen Daten dann mithilfe nativer Oberflächenkomponenten dar. Den Entwicklern zufolge gibt es für nicht unterstützte Anwendungen keinen automatischen WebView-Fallback. Wenn der Client also nicht sicher feststellen kann, wie etwas funktionieren soll, bricht er den Vorgang ab, anstatt zu raten.

Dieser Ansatz ermöglicht es verschiedenen Nextcloud-Anwendungen, Benutzeroberflächen beizubehalten, die ihrer tatsächlichen Funktion entsprechen. „Mail“ verhält sich wie ein Postfach, „Deck“ wie ein Board, „Tables“ wie eine Tabelle, „Calendar“ wie ein Kalender und „Memories“ wie eine Fotobibliothek, während gleichzeitig eine einheitliche Navigation und Designsprache im gesamten Client beibehalten wird.

Optisch ist Nextcloud Native bereits einer der ansprechenderen Ansätze zur Entwicklung eines alternativen Nextcloud-Clients. Die Desktop-Oberfläche besticht durch ein klares, modernes Layout mit eigenen Bereichen für Dateien, Fotos, Unterhaltungen, Ereignisse und andere Dienste. Die Android-Version überträgt dieselben Konzepte auf eine touchorientierte Benutzeroberfläche, anstatt die Desktop-Oberfläche einfach nur zu verkleinern.

Trotz des noch frühen Entwicklungsstadiums enthält die aktuelle Alpha-Version bereits einen umfangreichen Funktionsumfang. Nutzer können „Nextcloud-Dateien“ im Listen- oder Rasterlayout durchsuchen, Vorschauen und Medien anzeigen, Textdateien bearbeiten und auf erste Freigabefunktionen zugreifen. Die Bereiche „Fotos“ und „Erinnerungen“ unterstützen Sammlungen, Alben, Tags, Personen, Favoriten, die Gruppierung von RAW- und JPEG-Dateien sowie das progressive Laden von Originalen.

Außerdem gibt es einen nativen „Talk“-Verlauf mit Nachrichtenkarten für Text, Dateien, Aufzeichnungen, Anrufe und andere geteilte Objekte sowie „Notizen“ mit Ordnern, Markdown-Bearbeitung und Vorschauen, „Aktivitäten“, eine globale Suche, Dashboard-Integration, Benutzerstatus und App-Navigation.

Darüber hinaus stehen native semantische Schnittstellen für „Mail“, „Musik“, „Kochbuch“, „Kalender“, „Kontakte“, „Aufgaben“, „Tabellen“, „Deck“, „Cospend“, „Budget“ und mehrere andere Dienste zur Verfügung, wobei deren Vollständigkeit jedoch erheblich variiert.

Nutzer von Linux können die Anwendung über DEB-Pakete für Debian und Ubuntu oder RPM-Pakete für Fedora und RHEL-basierte Distributionen installieren. Nutzer von Windows erhalten ein nicht signiertes x86-64-MSI-Installationsprogramm. Für Android ist Version 8.0 oder neuer erforderlich. Es gibt eine macOS-Version, allerdings ist die unterstützte Anmeldung noch nicht verfügbar. iPhone- und iPad-Versionen sind weiterhin in Planung, wurden jedoch noch nicht veröffentlicht.

Es gibt interessante plattformspezifische Integrationen. Unter Linux kann Nextcloud Native ein lokales Verzeichnis einem entfernten Nextcloud-Ordner zuordnen und eine Synchronisierung durchführen, einschließlich bidirektionaler Synchronisierung und expliziter Konfliktbehandlung. Die Linux-Anleitungen beschreiben zudem Hintergrundprüfungen und Wiederherstellungsverfahren für widersprüchliche Änderungen.

Android erhält eigene Integrationen, darunter die Verknüpfung von Ordnern über die Systemauswahl, die Offline-Verfügbarkeit von Dateien, die Hintergrundsynchronisierung, die Integration in „Systemdateien“ sowie das automatische Hochladen von Fotos und Videos auf Nextcloud.

🎓 Dennoch sollten alle, die versucht sind, eine bestehende Nextcloud-Installation sofort zu ersetzen, ihre Erwartungen im Zaum halten. Die Entwickler bezeichnen die aktuellen Versionen ausdrücklich als Testversionen und warnen die Nutzer davor, die Anwendung als einzigen Speicherort für wichtige Daten zu nutzen.

Es ist noch viel zu früh, um zu wissen, ob das Projekt seine sehr weitreichenden Ambitionen letztendlich erfüllen wird. Dennoch vereint Nextcloud Native – für ein Projekt, das erst vor kurzem ins Leben gerufen wurde und sich noch eindeutig im Alpha-Stadium befindet – bereits eine ungewöhnlich ausgefeilte Benutzeroberfläche mit einem interessanten technischen Ansatz und einer überraschend funktionalen Grundlage.

Weitere Informationen finden Sie auf der GitHub-Seite von projectr.

Bildnachweis: Nextcloud Native

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