
EU-Projekt zur Altersüberprüfung schreibt hardwaregebundene Attestierung vor
Das Projekt der EU zur Altersüberprüfung bestätigt, dass eine hardwaregebundene Authentifizierung zwingend erforderlich ist, was Bedenken hinsichtlich Linux, benutzerdefinierten ROMs und dem Zugang zu Open-Source-Software aufkommen lässt.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com
Das Open-Source-Projekt der Europäischen Union zur Altersüberprüfung ist in die Kritik geraten, nachdem ein Projektbetreuer bestätigte, dass eine hardwaregebundene Beglaubigung eine zwingende architektonische Anforderung ist, was Bedenken hinsichtlich Linux, benutzerdefinierten Android-ROMs und unabhängig kompilierten Anwendungen aufkommen ließ.
Die Debatte begann im GitHub-Repository für die Android-App des Projekts, wo ein Nutzer argumentierte, dass die Bindung von Zugangsdaten an bestimmte Hardwareumgebungen die Unterstützung offener Systeme erschweren würde.
„Die hardwaregebundene Authentifizierung ist eine Anforderung dieses Projekts und kein Implementierungsdetail, das wir einfach weglassen können“, antwortete ein Projektbetreuer. Das Projekt forderte alternative Architekturvorschläge ein und kündigte an, dass in Kürze eine spezielle Sicherheitsüberprüfung und ein Bedrohungsmodell veröffentlicht würden.
Die Lösung ermöglicht es Nutzern, nachzuweisen, dass sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, ohne ihren Namen, ihr genaues Geburtsdatum oder ein vollständiges Ausweisdokument preiszugeben. Um zu verhindern, dass Anmeldedaten kopiert, geklont oder von modifizierten Clients wiederverwendet werden, setzt das Projekt auf Schlüssel, die in geschützter Hardware wie Android TEE, StrongBox oder Apples Secure Enclave gespeichert sind.
Kritiker behaupten jedoch, dass dieser Ansatz das System gefährdet, da er es von einer kleinen Anzahl zugelassener Geräte, Betriebssysteme und Attestationsanbieter abhängig macht.
Die technische Spezifikation des Projekts schreibt vor, dass Apps zur Altersüberprüfung native kryptografische Hardware verwenden müssen, sofern diese verfügbar ist. Strengere Prüfungen wie Root-Erkennung, Google Play Integrity und Apple App Attest werden jedoch von der Referenzimplementierung nicht einheitlich vorgeschrieben und können den einzelnen Betreibern überlassen bleiben.
Diese Unterscheidung ist von Bedeutung, da die hardwaregestützte Speicherung von Schlüsseln keinen Server erfordert, der das gesamte Gerät, das Betriebssystem oder den Anwendungs-Build genehmigt. Die Formulierung des Betreuers lässt einige Unsicherheit darüber offen, wie restriktiv die Produktivbereitstellungen sein werden.
Es gibt zudem eine separate Einschränkung hinsichtlich der Governance. Von Anbietern von Altersnachweisen wird erwartet, dass sie Zugangsdaten nur an Anwendungen ausstellen, die in einer von der Europäischen Kommission geführten Liste konformer Apps aufgeführt sind. Das bedeutet, dass die Veröffentlichung des Quellcodes nicht automatisch garantiert, dass eine von der Community entwickelte Version den eigentlichen Dienst nutzen kann.
Wichtig ist, dass Linux nicht ausdrücklich verboten ist. Desktop-Linux-Nutzer könnten auf eine Website zugreifen und einen QR-Code mit einer unterstützten mobilen Wallet scannen. Die aktuelle Architektur bietet jedoch keine native Linux-Wallet, und alternative mobile Betriebssysteme könnten Schwierigkeiten haben, die erforderlichen Vertrauensbedingungen zu erfüllen.
Wie Sie also verstehen können, geht die Kontroverse weit über eine einzelne Android-Implementierung hinaus. Derzeit vertritt das Projekt jedoch den Standpunkt, dass eine Hardware-Bindung weiterhin erforderlich ist. Die erwartete Sicherheitsüberprüfung und das Bedrohungsmodell könnten eine detailliertere Erklärung dafür liefern, warum dieser Kompromiss gewählt wurde und ob alternative Vertrauensanker oder weniger restriktive Implementierungen die Anforderungen dennoch erfüllen können.
Bis dahin bleibt die zentrale Frage ungeklärt: Kann ein von der EU finanziertes Open-Source-Identitätssystem sinnvollerweise offen bleiben, wenn der praktische Zugriff nicht nur vom verfügbaren Quellcode abhängt, sondern auch von zugelassenen Anwendungen, unterstützter Sicherheitshardware, vertrauenswürdigen Betriebsumgebungen und den Richtlinien der Anbieters von Zugangsdaten?
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