
Linux-Kernel 7.1 mit überarbeiteter NTFS-Unterstützung veröffentlicht
Der Linux-Kernel 7.1 ist erschienen und bietet eine überarbeitete NTFS-Unterstützung, Aktualisierungen für Btrfs und exFAT, umfangreiche Treiberarbeiten sowie die Bereinigung veralteten Kernel-Codes.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com
Linus Torvalds hat den Linux-Kernel 7.1 ohne größere Probleme in letzter Minute angekündigt. Eine wesentliche Neuerung ist ein komplett überarbeitetes NTFS-Dateisystem, das nun vollständige Schreibunterstützung bietet und die iomap-Infrastruktur des Kernels nutzt. Der bestehende ntfs3-Treiber erhält zudem kleinere Verbesserungen.
Weitere Aktualisierungen im Bereich Speicher und Dateisysteme umfassen die Zero-Copy-I/O-Unterstützung im ublk-Blocksystemtreiber im Userspace, wodurch unnötige Datenkopien reduziert werden. Der Shutdown-Vorgang von Btrfs ist nun stabil und wird nicht mehr als experimentell gekennzeichnet. ExFAT unterstützt nun die Vorabzuweisung mit fallocate(), und der CIFS-Client bietet Unterstützung für temporäre Dateien über O_TMPFILE.
Linux 7.1 führt außerdem BPF-Unterstützung für io_uring ein, wodurch dessen Haupt-Dispatch-Schleife durch ein BPF-Programm ersetzt werden kann. Der clone3() Systemaufruf des Kernel-Kerns enthält nun drei neue Flags für die Prozessverwaltung, wie beispielsweise das automatische Aufräumen und Beenden von Kindprozessen in Verbindung mit der PIDFD-Verwaltung.
Zu den Verbesserungen im Speichermanagement gehören die Modernisierung des Swap-Subsystems und die Entfernung der alten Swap-Map, was zu einer höheren Effizienz und einem geringeren Speicherverbrauch führt. Linux 7.1 behebt zudem ein seit langem bestehendes Problem, bei dem beendete Kontrollgruppen aufgrund von festgesteckten Speicherfolios bestehen blieben.
Scheduler-Updates führen eine erste Sub-Scheduler-Unterstützung in sched_ext, der erweiterbaren Scheduler-Klasse, ein. Diese Grundlage ist zwar noch nicht vollständig, ermöglicht aber die zukünftige Entwicklung benutzerdefinierter CPU-Scheduler für verschiedene Kontrollgruppen.
🎓 Wichtig ist, dass mit dieser Version die Unterstützung für mehrere ältere x86-Subarchitekturen aus der 486-Ära, wie M486, M486SX und ELAN, entfernt wurde. Im Netzwerkbereich wurde die Unterstützung für UDP Lite eingestellt, und IPv6 muss nun direkt in den Kernel eingebaut oder deaktiviert werden, da es nicht mehr als Modul eingebaut werden kann.
Im Bereich Sicherheit wendet Linux 7.1 strengere Standard-Berechtigungsüberschreibungen für den Zugriff auf /proc/PID/mem an. Darüber hinaus enthält die Version neue Sicherheitsmodul-Hooks für Overlay-Dateisysteme und Unix-Domain-Sockets. Das Landlock-Sicherheitsmodul nutzt nun den neuen Socket-Hook, um zusätzliche Richtlinienoptionen anzubieten.
Die Rust-Unterstützung im Kernel erfordert nun Rust 1.85 und bindgen 0.71.1. Das Tool kernel-doc wurde grundlegend überarbeitet und verwendet nun einen C-Tokenizer anstelle von regulären Ausdrücken.
Linux 7.1 bietet umfassende Hardware-Unterstützung und erweitert oder verbessert die Kompatibilität mit Komponenten von Qualcomm, Rockchip, Tenstorrent, ESWIN, Loongson, Apple, Lenovo und anderen. Zu den bemerkenswerten Neuerungen für den Benutzer gehören die Unterstützung für den Lenovo Legion Go S-Controller, die Überwachung von Apple SMC-Akkus und der Stromversorgung, neue Treiber zur Hardwareüberwachung, aktualisierte Grafik- und Anzeigekomponenten sowie erweiterte Unterstützung für USB-, Sound-, Medien-, GPIO- und Taktgeber-Controller.
Zu den Grafik-Updates gehört die Unterstützung für DRM-RAS, wodurch GPU- und Beschleunigertreiber Fehlerzähler und Zuverlässigkeitsdaten für den Benutzerbereich bereitstellen können. Die Hardwareüberwachung unterstützt nun zusätzliche Controller und Sensoren von Infineon, LattePanda, Sony, Microchip und anderen.
Zu den Verbesserungen im Bereich Virtualisierung gehört eine eingeschränkte Unterstützung für Protected KVM für anonymen Speicher auf Arm-CPUs, die jedoch noch nicht für den allgemeinen Einsatz bereit ist. KVM bietet zudem Unterstützung für den virtuellen generischen Interrupt-Controller v5 von Arm.
Schließlich werden in dieser Version weiterhin veraltete und ungenutzte Codezeilen entfernt, darunter PCMCIA-Host-Controller sowie viele ältere Netzwerktreiber und -protokolle, wodurch über 140.000 Zeilen eingespart werden.
Linux 7.1 steht unter kernel.org zum Download bereit. Nutzer von Rolling-Release-Distributionen erhalten das Update als Erste, eine breitere Verfügbarkeit wird in den kommenden Wochen erwartet.
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