
openSUSE veröffentlicht Agama Installer 21 mit Unterstützung für systemd-boot
Der Agama 21-Installer bietet nun die Wiederverwendung bestehender LVM-Volumes, Unterstützung für systemd-boot, eine verbesserte Netzwerkeinrichtung, NTP-Konfiguration sowie sicherere Fernzugriffskontrollen.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com
Agama, das Linux-Installationsprogramm der nächsten Generation vom YaST-Team von SUSE, hat die Version 21 veröffentlicht, die einen verbesserten Auswahlprozess für die Desktop-Umgebung bietet. Da openSUSE-Distributionen, die Agama verwenden, keine Standard-Desktop-Umgebung vorschreiben, müssen Benutzer während der Installation eine auswählen.
Vor diesem Hintergrund wurde das Formular zur Auswahl der Konfiguration im Hinblick auf Konsistenz und Übersichtlichkeit neu gestaltet. Bei Distributionen wie openSUSE Tumbleweed, Slowroll und Leap 16.1 zeigt das Installationsprogramm zudem im Bestätigungsdialog eine Erinnerung an, wenn keine Desktop-Umgebung ausgewählt wurde.
Auch die Netzwerkkonfiguration im Webinterface wurde aktualisiert.
Agama 21 verfügt über ein neu gestaltetes Formular zum Erstellen und Bearbeiten von Netzwerkverbindungen, wodurch weitere Verbindungstypen direkt über die Benutzeroberfläche unterstützt werden.
🎓 Bisher war für die Konfiguration von Netzwerk-Bonding, Bridges oder VLANs die Bearbeitung der JSON-basierten Agama-Konfiguration erforderlich. In Agama 21 können Bonding- und Bridge-Verbindungen nun direkt im Webinterface eingerichtet werden. Die Unterstützung von VLANs ist für eine zukünftige Version geplant.
Darüber hinaus umfasst die Speicherverwaltung nun die Unterstützung für die Installation auf bestehenden LVM-Setups. Das JSON-Format ermöglicht nun Operationen an bestehenden Volume-Gruppen und logischen Volumes, wie beispielsweise das Erweitern von Gruppen um neue physische Volumes sowie das Einbinden, Formatieren oder Ändern der Größe von logischen Volumes.
Es unterstützt zudem das Erstellen neuer Thin-Volumes in einem wiederverwendeten Thin-Pool. In der Web-Benutzeroberfläche können Benutzer eine bestehende Volume-Gruppe als Installationsziel oder als zusätzliches Gerät auswählen, um logische Volumes zu erstellen oder wiederzuverwenden.
🎓 Bisher installierte Agama auf der Bootloader-Seite für alle Distributionen GRUB2. Das hat sich nun geändert. Agama 21 unterstützt nun die Auswahl verschiedener Bootloader auf unterstützten EFI-Systemen, darunter GRUB2, systemd-boot oder openSUSEs GRUB2-BLS.
Wenn systemd-boot oder GRUB2-BLS ausgewählt wird, folgt Agama der UAPI-Bootloader-Spezifikation. Der Installer passt zudem die Partitionierung und die TPM-Konfiguration an den gewählten Bootloader an, einschließlich der Unterstützung für die automatische Entsperrung verschlüsselter Geräte.
Wichtig ist, dass Benutzer bei Produkten, die noch GRUB2 verwenden, wie beispielsweise den Beta-Versionen von openSUSE Leap 16.1 und SUSE Linux Enterprise Server 16.1, systemd-boot aktivieren können, sofern dies unterstützt wird, indem sie den Installer mit dem Boot-Argument inst.systemd_boot_preview=1 starten.
Darüber hinaus führt Agama 21 neue NTP-Konfigurationsoptionen ein.
Benutzer können NTP-Quellen, darunter Pools, Server und Peers, mithilfe des JSON-Konfigurationsformats definieren. Das Installationsprogramm unterstützt zudem die automatische Konvertierung aus dem Abschnitt ntp-client eines AutoYaST-Profils.
Die Weboberfläche verfügt nun außerdem über einen neuen Abschnitt namens System zur Konfiguration des Hostnamens und der NTP-Quellen. Das Installationsmedium unterstützt zudem das Boot-Argument rd.ntp, wodurch eine frühzeitige NTP-Konfiguration während des Bootvorgangs ermöglicht wird.
Um die Sicherheit zu verbessern, können Benutzer schließlich mit der neuen Boot-Option inst.remote=0 den Fernzugriff auf das Installationsprogramm deaktivieren. Standardmäßig erlaubt Agama die Verwaltung der Installation über das Netzwerk von einem anderen Gerät aus. Durch Aktivieren dieser Option wird der Zugriff auf den lokalen Rechner beschränkt.
Weitere Details finden Sie in der Ankündigung. Wer den neuen openSUSE-Installer ausprobieren möchte, kann die ISO-Dateien hier herunterladen.
Die nächste Version, Agama 22, wird in etwa einem Monat veröffentlicht.
Bildnachweis: openSUSE
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