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FOSSWELT ist tot, lang lebe FOSSWELT?

FOSSWELT war der Versuch von Gnu/Linux.ch, ein größeres Ganzes zu etablieren, an dem auch ich kurzzeitig teilgenommen habe. Wenig überraschend ist die Idee nun (endgültig?) gescheitert.

Unverhofft kommt oft: Nachdem ich mit dem FOSSWELT-Projekt innerlich bereits lange abgeschlossen hatte, flatterte heute eine E-Mail von Gnu/Linux.ch in mein Postfach. Betreff (sinngemäß): FOSSWELT ist tot, lang lebe FOSSWELT?

Liebe FOSSWELT-Gemeinschaft,

nach längeren Überlegungen unsererseits (GNU/Linux.ch) kamen wir zu dem Schluss, dass das geplante FOSSWELT-Projekt als zentrale Anlaufstelle für verschiedene Projekte leider gescheitert ist, was natürlich sehr bedauernswert ist und vermutlich vielfältige Gründe hat.

In der E-Mail ist von vermutlich vielfältigen Gründen die Rede. Wir wüssten da vermutlich ein paar.

Quadratur des Kreises

FOSSWELT sollte einerseits eine zentrale und integrative Anlaufstelle für FOSS-Autoren werden. Andererseits waren die Bedingungen vor allem von Kontrolle geprägt: Vom zu benutzenden Online-CMS (überaus bescheiden und unbequem) über das Format der Bilder bis hin zu Kontrolle und "Abnahme" von Artikelideen. Hinzu kam es - zumindest in meinem Falle - auch zu einer "Verwechslung" der Artikel-Bebilderung, wodurch diese ad absurdum geführt wurde:

Der Text darüber lautet: "Auch fünfspaltig wird auf dem Desktop ein Schuh draus, ist ja genug Platz da:". Offenbar wurde seitens GNU/Linux der Screenshot bevorzugt, der den Jubiläumspost (7000) von GNU/Linux beinhaltet, obwohl dieser 4-spaltig ist und gar nicht zum Text passt. Als Notlösung habe ich also nochmals einen 5-spaltigen Screenshot des Ganzen aufgenommen, welcher auch den Jubiläumspost enthält, damit die Bebilderung wieder zum Text passt und die beiden Versionen auf GNU/Linux und s3nnet möglichst identisch sind (bis auf die Anzahl der Spalten).

Der schnöde Mammon

Erschwerend kommt hinzu, dass man sich bei GNU/Linux nie auf eine Vergütung der Autoren einigen konnte: schließlich verfügt GNU/Linux sowohl über Sponsoren als auch über Spendenlinks. Doch auf einen Verteilschlüssel für die Einnahmen konnte sich nicht geeinigt werden. Gratis-Beiträge zu GNU/Linux bzw. FOSSWELT waren gern gesehen; eine Teilhabe an den Einnahmen offenbar nicht so sehr, weshalb man sich auch nach umfangreichen Diskussionen nicht einigen konnte.

Lange war es Thema bei uns, dass wir unseren Autor:innen eine Anerkennung zahlen wollen und wir vielleicht auch neue Autor:innen gewinnen, indem wir einen Teil unserer Sponsoren-Gelder zurückzahlen. Wir haben uns nun endgültig entschieden, dies nicht zu tun. Das hat mehrere Gründe:

https://gnulinux.ch/zum-wochenende-gnulinux-ch-5-jaehriges-jubilaeum-und-core-treffen-in-frankfurt

Wohlwollende Autokratie

Im selbigen Artikel wird im Übrigen folgendes festgehalten:

Das Projekt wird von einem sechsköpfigen Kernteam (CORE) mit gleichen Stimmrechten geleitet, welches einen bestmöglichen Einbezug der Redaktion und der Community umsetzt. Das entspricht einer "wohlwollenden Autokratie".

Ja ne, an einer Autokratie wollte ich jetzt eigentlich nicht partizipieren, wohlwollend hin oder her.

Fazit

Wer Partizipation will, muss Kontrolle ein Stück weit abgeben. Ein integratives Projekt wie FOSSWELT kann unter den restriktiven Bedingungen einer "Wohlwollenden Autokratie" nicht funktionieren.
Ob der geplante zweite Anlauf einer FOSSWELT funktionieren wird, darf daher bezweifelt werden.

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