
openSUSE Tumbleweed stellt bei Neuinstallationen auf systemd-boot um
Bei Neuinstallationen von openSUSE Tumbleweed wurde GRUB2-BLS als Standard-Bootloader durch systemd-boot ersetzt.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com
OpenSUSE Tumbleweed setzt nun systemd-boot als Standard-Bootloader für Neuinstallationen ein und ersetzt damit GRUB2-BLS. Und um das gleich klarzustellen: Diese Änderung betrifft nur Neuinstallationen. Bestehende Tumbleweed-Systeme verwenden weiterhin GRUB, sofern die Benutzer nicht manuell umstellen.
Infolgedessen wird bei Neuinstallationen ein anderer Bootloader angezeigt als bei früheren Versionen. Vorher:
Nach einer Neuinstallation von Tumbleweed wird „systemd-boot“ als Standard-Bootloader angezeigt, und Sie erhalten folgende Meldung:
Tatsächlich erfolgte die Umstellung auf den neuen Bootloader in zwei Phasen. Im November 2025 änderte openSUSE die Standardkonfiguration des Installationsprogramms von klassischem GRUB2 auf GRUB2-BLS, das weiterhin eine auf GRUB2 basierende Lösung war.
Die wichtigste Änderung betraf die Handhabung der Boot-Einträge. Anstelle der traditionellen GRUB-Konfiguration wurden BLS-Einträge (Boot Loader Specification) als separate Dateien gespeichert. openSUSE erklärte, diese Umstellung solle moderne Boot- und Verschlüsselungsworkflows besser unterstützen, darunter systemd-basierte Vollplattenverschlüsselung, TPM2 und FIDO2.
Nun ist Tumbleweed jedoch noch einen Schritt weiter gegangen und hat systemd-boot zum Standard für Neuinstallationen gemacht. Was haben die Nutzer davon? Erstens nennt openSUSE die vereinfachte Integration neuer Funktionen als einen wesentlichen Vorteil der Einführung von BLS-kompatiblen Boot-Konfigurationen.
Zweitens ist die verbesserte Kompatibilität mit modernen Workflows zur vollständigen Festplattenverschlüsselung zu nennen. openSUSE verbindet diesen Ansatz mit der systemd-basierten Festplattenverschlüsselung, einschließlich der TPM2- und FIDO2-Token-basierten Entsperrung. Herkömmliche Bootloader wie GRUB erfordern die Einbettung von Entschlüsselungslogik und der Schlüsselgenerierung in den Bootloader, was die Komplexität erhöht.
Zudem orientiert sich systemd-boot stärker am BLS-Modell, indem es Boot-Einträge als separate Dateien behandelt, anstatt wie bei GRUB eine einzige große Konfigurationsdatei zu erstellen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass systemd-boot GRUB in jeder Hinsicht überlegen ist. GRUB bietet eine umfassendere Kompatibilität mit älteren Systemen und erweiterte Flexibilität beim Multi-Boot, insbesondere außerhalb von Standard-UEFI-Konfigurationen. systemd-boot ist zwar einfacher, beschränkt sich jedoch auf UEFI-Umgebungen.
Wie dem auch sei. Meiner Ansicht nach ist diese Änderung durch openSUSE eine positive Entwicklung. Die Verwaltung von systemd-Boot-Einträgen erfolgt durch die Bearbeitung einfacher (nur wenige Zeilen umfassender) Textdateien, was für mehr Einfachheit und Transparenz sorgt.
Und abschließend möchte ich noch anmerken, dass die Migration bestehender Tumbleweed-Installationen zwischen GRUB und systemd-boot (und umgekehrt) zwar möglich ist, jedoch manuelle Eingriffe und technisches Fachwissen erfordert. Mein persönlicher Rat lautet daher: Sofern es für Sie nicht absolut notwendig ist, behalten Sie einfach Ihren aktuellen Bootloader bei.
Spendieren Sie Bobby einen ☕ Ko-fi
s3n🧩net wünscht viel Vergnügen

















Comments