
WSL erhält eine eigene Linux-Container-Laufzeitumgebung mit Docker-ähnlichen Befehlen
Die neue WSL-Container-Funktion von Microsoft bietet eine vertraute, Docker-ähnliche Befehlszeilenschnittstelle (CLI) und eine native Windows-API für die Ausführung von Linux-Containern über WSL.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com
Microsoft erweitert das Windows-Subsystem für Linux (WSL) um eine neue Funktion namens „WSL-Container“, die Windows-Nutzern eine integrierte Möglichkeit bietet, Linux-Container über WSL mithilfe einer Docker-ähnlichen Befehlszeilenschnittstelle zu erstellen, auszuführen und zu verwalten.
Die Funktion, die nun als öffentliche Vorschau über die neueste Vorabversion von WSL verfügbar ist, führt eine neue ausführbare Datei namens wslc.exe ein, die laut Microsoft darauf ausgelegt ist, eine vertraute CLI-Erfahrung für Linux-Container-Workflows zu bieten. Benutzer können die Funktion ausprobieren, indem sie WSL mit dem Befehl wsl --update --pre-release aktualisieren.
Während frühere Spekulationen darauf hindeuteten, dass dies mit einem zukünftigen „WSL 3“ zusammenhängen könnte, präsentiert Microsoft die Funktion nicht als neue Hauptversion von WSL. Stattdessen handelt es sich bei „WSL Containers“ um eine eigenständige WSL-Funktion, die Containerunterstützung durch zwei Hauptkomponenten bietet: ein Befehlszeilentool und eine Entwickler-API.
Auf der CLI-Seite lässt sich der Vergleich mit Docker kaum übersehen, wodurch WSL Containers zumindest konzeptionell sehr nahe an Docker heranrückt. Zu den Beispielen von Microsoft gehören Befehle wie:
wslc run --rm -it ubuntu:latest bash -c "echo Hello world from WSL container!"
wslc image ls
wslc run -it --rm -d -p 8080:80 --name web nginx
wslc container ps
wslc container stop webWie Sie sehen können, ähnelt der Arbeitsablauf stark dem bei Docker. Sie können Container ausführen, Images auflisten, Ports freigeben, Webserver starten, laufende Container überprüfen und diese stoppen – und das alles unter Windows mithilfe der WSL-Container-Tools.
Microsoft gibt außerdem an, dass das Tool einen integrierten Alias namens container.exe enthält, der wslc.exe ausführt, sodass Benutzer je nach Vorliebe entweder wslc oder container aufrufen können.
Der interessantere Teil dürfte jedoch die API sein. Microsoft stellt zudem ein NuGet-Paket namens Microsoft.WSL.Containers bereit, mit dem Windows-Anwendungen Linux-Container programmgesteuert als Teil ihrer eigenen App-Logik nutzen können. Die API unterstützt C, C++ und C# und ermöglicht es Apps, Images abzurufen, Container zu starten, mit Prozessen zu interagieren, Ein- und Ausgaben zu streamen, Mounts zu konfigurieren, Netzwerkfunktionen zu nutzen und auf GPUs zuzugreifen.
Laut Microsoft eröffnet dies nativen Windows-Apps die Möglichkeit, Linux-spezifischen Code wiederzuverwenden, lokale KI-Workloads auszuführen, containerisierte Pipelines zu testen oder Linux-Prozesse zu isolieren, während die Integration mit dem Windows-Host weiterhin gewährleistet ist.
🎓 Microsoft stellt die Funktion zudem als unternehmenstauglich dar. Das Unternehmen gibt an, dass WSL-Container eine richtlinienbasierte Verwaltung unterstützen werden, einschließlich der Steuerung, ob WSL-Distributionen oder -Container in einer Organisation verwendet werden dürfen und welche Container-Registerstellen zum Abrufen von Images zugelassen sind. Darüber hinaus wird die Integration von Microsoft Defender for Endpoint aktualisiert, um Ereignisse in Linux-Containern zu überwachen, wobei sich dieser Teil derzeit noch in der privaten Vorschau befindet.
Es gibt zudem grundlegende WSL-Verbesserungen, die mit der neuen Container-Funktion zusammenhängen. Microsoft gibt an, dass WSL-Container virtiofs als neues Standard-Dateisystem verwenden, was den Dateizugriff unter Windows beschleunigen soll, sowie einen neuen experimentellen Netzwerkmodus namens consomme, der die Kompatibilität mit Windows-Netzwerkumgebungen, VPNs, Proxys und Sicherheitsrichtlinien in Unternehmen verbessern soll.
Derzeit sind WSL-Container weiterhin eine Funktion in der öffentlichen Vorschau, die nur über den WSL-Vorabkanal verfügbar ist. Microsoft gibt an, die Funktion im Herbst 2026 allgemein verfügbar machen zu wollen.
Weitere Details finden Sie in der Microsoft-Dokumentation zu WSL-Containern.
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