
Microsoft bringt Linux-ähnliche Coreutils nativ auf Windows
Microsoft stellt „Coreutils für Windows“ vor und bringt damit bekannte Befehlszeilentools im Unix-Stil auf Windows, ohne dass WSL erforderlich ist.
Eine Übersetzung von 🇬🇧 Linuxiac.com
Microsoft hat „Coreutils for Windows“ vorgestellt, eine neue, von Microsoft gepflegte Sammlung von Befehlszeilen-Dienstprogrammen im Unix-Stil, die nativ unter Windows laufen.
„Coreutils for Windows“ wurde auf der Microsoft’s Build 2026 angekündigt und bringt vertraute Befehle im Linux-Stil auf Windows, ohne dass WSL oder zusätzliche Kompatibilitätsschichten erforderlich sind. Das Paket basiert auf dem Open-Source-Projekt uutils, einer plattformübergreifenden Neuimplementierung von GNU Coreutils in Rust.
Das Ziel ist einfach: Befehle und Workflows, die unter Linux, macOS, WSL, in Containern und Cloud-Umgebungen üblich sind, sollen nativ unter Windows funktionieren. Microsoft positioniert das Projekt als Möglichkeit, Reibungsverluste für Entwickler zu verringern, die plattformübergreifend auf vertraute Befehlszeilentools angewiesen sind.
Auf GitHub beschreibt Microsoft Coreutils für Windows als „UNIX-ähnliche Kern-Dienstprogramme für Windows“. Das Paket wird als einzelne Multi-Call-Binärdatei verteilt und enthält von Microsoft gepflegte Builds von uutils/coreutils, uutils/findutils sowie einen Microsoft-Fork von uutils/grep. Die Installation erfolgt über WinGet:
winget install Microsoft.CoreutilsEs ist jedoch anzumerken, dass Coreutils für Windows in der Ankündigung auf der Microsoft Build zwar als allgemein verfügbar aufgeführt wird, im GitHub-Repository des Projekts jedoch weiterhin als in Preview gekennzeichnet ist.
Beachten Sie außerdem, dass Coreutils für Windows funktionale Einschränkungen aufweist. Es erfordert PowerShell 7.4 oder höher, und einige Befehle stehen im Konflikt mit bestehenden CMD- oder PowerShell-Integrierten Befehlen und Aliasen. Zu den betroffenen Befehlen gehören cat, cp, ls, mv, pwd, rm, sleep, tee und uptime.
Darüber hinaus enthält das Paket nicht alle Befehle im Stil von GNU Coreutils. Microsoft hat Dienstprogramme wie dd, dircolors, shred, sync und uname bewusst ausgeschlossen. Viele POSIX-spezifische Tools fehlen ebenfalls, darunter chmod, chown, chroot, mkfifo, tty, users und who.
Mit anderen Worten: Es handelt sich hierbei nicht um eine vollständige Portierung der GNU Coreutils für Windows. Stattdessen ist es ein auf Windows ausgerichtetes Paket, das eine nützliche Teilmenge von Tools im Unix-Stil bereitstellt, basierend auf den Rust-basierten uutils und gepflegt von Microsoft.
Neben Coreutils für Windows hat Microsoft WSL-Container eingeführt, die eine integrierte Möglichkeit bieten, Linux-Container unter Windows über eine Befehlszeilenschnittstelle (CLI) und eine API zu erstellen, auszuführen und zu verwalten. Im Gegensatz zu Coreutils sind WSL-Container noch nicht allgemein verfügbar und werden in den kommenden Monaten im Rahmen eines regulären WSL-Updates in die öffentliche Vorschau gehen.
Laut Microsoft werden WSL-Container es Entwicklern ermöglichen, Linux-Container unter Windows sofort nach der Installation zu erstellen und auszuführen, während Unternehmen eine richtlinienbasierte Kontrolle über die Containernutzung, Image-Quellen und die Interaktion mit dem Hostsystem erhalten.
Abschließend noch zur Klarstellung: Auch wenn dies Windows nicht in ein Linux-System verwandelt oder in vielen Fällen die Notwendigkeit von WSL beseitigt, sorgt es doch für eine nahtlosere plattformübergreifende Arbeit über die Befehlszeile.
Coreutils für Windows ist ab sofort im GitHub-Repository von Microsoft verfügbar.
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